Ursprünglich lebten Igel vermutlich in Wäldern mit vielfältigem Bewuchs, der Unterschlüpfe und Nahrungstiere bot. Der Veränderung der Landschaft durch menschliche Eingriffe in die Natur passten sich die Igel an.


Haltbarer konstruiert sind die Nester, in denen Igelmütter ihre Jungen aufziehen. Winterschlafnester müssen gut wärmeisoliert und möglichst regen- und schneedicht sein. Damit das als Hauptbaustoff verwendete Laub nicht auseinander fallen kann, legen Igel ihre Winterschlafnester vorwiegend unter stützendem Astwerk an, etwa in Hecken, unter Bodendeckern, aber auch in Hohlräumen unter Garagen, Schuppen, Holzstapeln o.ä.
Igel gehören zum Nahrungsspektrum von Uhu, Fuchs und Dachs. Hunde können erwachsene Igel, Katzen ein Igeljunges töten. Diese Verluste spielen jedoch für das Überleben der Art keine Rolle. Der größte Feind der Igel ist der Mensch durch seine vielfältigen Eingriffe in die Natur.

In den Rückzugsgebieten der Igel – den menschlichen Siedlungen mit ihren Gärten, Parks und durchgrünten Randbereichen – drohen ihnen vielfältige Gefahren: Elektrosensen, Rasenmäher, Mistgabeln, steilwandige Gruben, Schächte, Schwimmbäder, Schlagfallen, Giftköder, Beerennetze, Garten- und Brauchtumsfeuer. Pestizide und Kunstdünger vernichten natürliche Nahrungsgrundlagen. Aufräumwut im Garten zerstört Nistmöglichkeiten.
Mehr als 500 000 Igel werden pro Jahr in Deutschland überfahren, unzählige verwaiste Säuglinge kommen qualvoll um. Agrarwüsten und Monokulturen bieten keine Nahrung und keinen Unterschlupf, noch vorhandene natürliche Lebensräume sind oft nicht miteinander vernetzt.
Betrachten Sie die Umwelt mit den Augen eines Igels, lesen Sie mehr über Gefahren und ihre Vermeidung.
In einigen europäischen Ländern steht der Igel (Erinaceus europaeus Linné 1758) bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. In Deutschland sind Igel durch das Bundesnaturschutzgesetz ganzjährig geschützt.

Durch die rechtzeitige Einrichtung einer Futterstelle in den nahrungsarmen Jahreszeiten erübrigt es sich oft, untergewichtige Igel in menschliche Obhut zu nehmen. Für den Futterteller eignen sich z.B. Katzendosenfutter, mit Igeltrockenfutter oder Haferflocken vermischt und /oder ungewürztes Rührei.
Um das Futter vor Vögeln, aber auch vor Regen zu schützen, stellt man es abends z.B. in ein mit mindestens zwei 10 x 10 cm kleinen Einschlupflöchern versehenes Kistchen.

Naturnahe Gartengestaltung ist die beste Igelhilfe. Außerdem kann man Igeln im Garten auch künstliche Unterschlüpfe als Niststätten und für den Winterschlaf anbieten. Igelhäuser kann man selber bauen oder im Fachhandel, in Zoohandlungen, Gartencentern, einigen Werkstätten sowie auch bei manchen regionalen Igelschutzvereinen erwerben. Lesen Sie mehr zum Thema Unterschlüpfe und Futterhäuser unter Igelhäuser.
