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Wegen ihrer Stacheln sind Igel unverwechselbar. Das Stachelkleid, das ihn vor vielen Feinden schützt, bedeckt den Rücken der Igel vollständig vom Stirnansatz bis zum Schwanz und reicht seitlich bis zum Bauchfellansatz. In Sekundenschnelle rollt sich ein gemütlich fußelnder Igel bei Gefahr zur undurchdringlichen Stachelkugel.

Stachelkugel
Material und Bau des Igelstachels

Die spitzen Stacheln sind umgebildete Haare. Die Stacheln bestehen vor allem aus Keratin ("Horn“). Dieser Eiweißstoff ist die Grundsubstanz der Haare und Nägel - ebenso der Igelstacheln - und verleiht ihnen ihre Festigkeit und Spannkraft.

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Igelstacheln Stachel in der Haut

Igelstacheln messen beim erwachsenen Tier etwa 2 bis 3 cm, bei der Geburt sind sie weniger als einen Zentimeter lang. Der Durchmesser der Stacheln des Dauerkleides beträgt etwa 2 mm. Zur Spitze hin verjüngen sich die Stacheln, unten sind sie mit einem knollenförmigen Kolben in die Haut eingebettet, der von Muskeln umschlossen ist. Der einzelne Stachel ist hohl. Seine Innenwände sind etwa 0,5 mm dick und mit Wülsten verstärkt. Dadurch erhält er eine feste Struktur, ist aber dennoch sehr leicht. Außerdem ist das Material biegsam und bricht kaum. Diese stabile Konstruktion kann geradezu lebensrettend sein: Igel vermögen Stürze aus einiger Höhe abzufedern.

Die Stacheln sind beige und braun gebändert. In der Natur ergibt dies eine ganz ausgezeichnete Tarnung. Im Laufe eines Igellebens bleicht das Stachelkleid zunehmend aus und wirken gelblicher, die dunklen Bänder werden lichter.

Die nadelspitzen Stacheln sitzen in der Hautmuskulatur. Jeder Stachel wird durch einen eigenen einzelnen Muskel bewegt, angelegt oder aufgerichtet.

Stachelgenerationen und Stachelanzahl

Es gibt insgesamt drei Stachelgenerationen. Igelbabys kommen bereits mit rund 100 Stacheln auf die Welt. Diese legen sich kurz vor Ende des Lebens im Mutterleib an. Sie sind in die mit Körperflüssigkeit aufgequollene Haut eingebettet, so dass sie den Geburtsgang der Igelin nicht verletzen können. Wenige Stunden nach der Geburt spitzen die Erstlingsstacheln hervor. Sie sind weiß und zunächst noch relativ weich.

Nach etwa 4 bis 5 Tagen beginnen einzelne pigmentierte Stacheln zu sprießen; die weißen Stacheln fallen nach und nach aus. Als zweite Generation wachsen Stacheln, die lediglich etwas kürzer sind als das endgültige Stachelkleid, dem sie ansonsten schon völlig gleichen.

Igel auf der Pirsch

Im Alter von 14 Tagen bis vier Wochen beginnt das Wachstum des Dauerkleides, dunkel gebänderte Stacheln, welche die juvenilen Stacheln ersetzen. Die Lebensdauer eines Igelstachels wenigstens 18 Monate. Erwachsene Igel verlieren ab und zu Stacheln, die wieder nachwachsen.

Die Stachelzahl nimmt mit dem Wachstum des Igels schnell zu: Nach den rund hundert Säuglingsstacheln bei der Geburt wachsen innerhalb der ersten zehn Lebenstage bis zu 300 Stacheln. Ein 43 Gramm schwerer Igelsäugling hat bereits etwa 2000 Stacheln, ein gerade selbständig gewordenes Jungtier rund 3500. Ausgewachsene Igel tragen etwa 8000 Stacheln.

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Einrollen

Die Stacheln des stöbernden Igels auf der Pirsch, bzw. in Ruhestellung und beim Tagschlaf sind entspannt an den Körper angelegt. Fühlt sich der Igel unmittelbar bedroht, so spannt er die Tausende kleiner Muskeln an, die jeden Stachel umgeben, und richtet so das Stachelkleid auf. Das Zusammenziehen der Hautmuskulatur löst diese Reaktion aus.

Einrollen

Die Stirnstacheln zieht er dabei stets als erstes wie ein Visier über die Augen. Bei Gefahr bzw. bei Berührung können sich Igel blitzschnell einrollen und schützen dann den Körper vollständig. Das Einrollen erfolgt in weniger als einer einzigen Sekunde. Die Beine werden an den Körper gezogen, und mittels eines Ringmuskels rollt sich der Igel zur Stachelkugel!

Beim zusammengerollten Igel stehen sämtliche Stacheln kreuz und quer. Sowohl beim Einigeln als Schutz vor Gefahr als auch während des Winterschlafs wird das Tier so zu einer - fast - unangreifbaren Festung. In diesem Zustand kann ein Igel mehrere Stunden, während des Winterschlafs sogar wochenlang bewegungslos verharren.

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